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„Das ist doch nur ein kleiner Hund.“ Diesen Satz hört man häufig, wenn ein kleiner Hund bellt, an der Leine zieht oder Menschen anspringt. Weil er körperlich weniger bedrohlich wirkt, wird sein Verhalten schneller belächelt oder nicht ernst genommen. Später gelten kleine Hunde dann pauschal als kläffend, zickig oder schlecht erzogen.

Kleinere Hunde werden häufiger als weniger gehorsam, erregbarer, ängstlicher oder aggressiver beschrieben als größere Hunde. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass mit kleinen Hunden teilweise weniger trainiert und gespielt wird und Regeln im Alltag weniger einheitlich umgesetzt werden. Es zeigt, dass unsere Erwartungen und unser Umgang eine Rolle spielen können.

Kleine Hunde brauchen nicht mehr oder strengere Erziehung. Sie haben aber dasselbe Recht auf verständliches Training, passende Unterstützung und die Möglichkeit, sich in ihrem Alltag sicher zurechtzufinden.

Kleine Hunde erleben den Alltag aus einer anderen Perspektive

Ein kleiner Hund erlebt viele Alltagssituationen aus einer anderen körperlichen Perspektive. Menschen beugen sich weit über ihn, Hände greifen von oben nach ihm und selbst ein mittelgroßer Hund kann ihn deutlich überragen. In Menschenmengen befindet er sich zwischen Beinen, Taschen und Kinderwagen und wird leichter übersehen.

Auch das Hochnehmen gehört für viele kleine Hunde zum Alltag. Es kann sinnvoll sein, etwa zum Schutz in einer gefährlichen oder zu schwierigen Situation. Gleichzeitig sollte ein Hund möglichst nicht ständig ungefragt hochgehoben oder getragen werden. Er kann lernen, sich ankündigen zu lassen, beim Hochnehmen zu kooperieren und – soweit es die Situation erlaubt – eigene Entscheidungen zu treffen.

Manche Verhaltensweisen werden bei kleinen Hunden länger hingenommen, weil ihre körperlichen Folgen geringer erscheinen:

  • Bellen oder Anspringen,
  • Ziehen und Pöbeln an der Leine,
  • Zwicken oder Schnappen.

Vielleicht wirkt ein Anspringen bei drei Kilogramm Körpergewicht weniger problematisch als bei dreißig Kilogramm. Das bedeutet aber nicht, dass das Verhalten für den Hund keine Ursache hat oder dass es im Alltag nie schwierig werden kann.

Bellen, Ziehen oder Schnappen kann sich durch seine Folgen festigen. Dahinter können aber ebenso Unsicherheit, Angst, Frust, hohe Erregung, Schmerzen oder ein Bedürfnis nach Abstand stehen. Bevor wir ein Verhalten einfach korrigieren, sollten wir deshalb genauer hinschauen, wann es auftritt und welche Funktion es für den Hund hat.

Kommunikation und Körpersprache kleiner Hunde verstehen

Kleine Hunde zeigen ebenso wie größere Hunde über ihre Körperhaltung, Mimik, Bewegung und Lautäußerungen, wie es ihnen in einer Situation geht. Ihre Signale werden von Menschen jedoch leicht übersehen. Ein leichtes Zurückweichen fällt in Bodennähe weniger auf, und ein kleiner Hund kann sich einer Berührung oder einem Kontakt körperlich schlechter entziehen.

Auch zuchtbedingte Merkmale können beeinflussen, wie deutlich einzelne Signale sichtbar sind. Sehr kurze Schnauzen, große Augen, dichtes Fell, sehr kleine oder unbewegliche Ohren und verkürzte Ruten verändern das äußere Erscheinungsbild. Wie gut ein Hund kommunizieren kann, lässt sich aber nicht allein an seiner Größe festmachen.

Für den Alltag ist deshalb wichtig, auch leise Signale wahrzunehmen. Dreht der Hund den Kopf weg, verlangsamt er seine Bewegung, sucht er Abstand oder möchte er nicht angefasst werden? Kleine Hunde müssen nicht jeden Menschen begrüßen und auch nicht zu jedem anderen Hund Kontakt aufnehmen.

Warum Training auch für kleine Hunde wichtig ist

Training hilft einem kleinen Hund, sich in unserem Alltag zurechtzufinden. Dazu gehören nicht nur Signale wie Rückruf, Warten oder lockeres Gehen an der Leine. Ebenso wichtig sind der Umgang mit Nähe und Berührungen, sichere Rückzugsmöglichkeiten, ruhiges Beobachten und die Erfahrung, schwierige Situationen gemeinsam bewältigen zu können.

Bellen, Anspringen oder Schnappen sollte nicht allein deshalb ignoriert werden, weil der Hund klein ist. Es sollte aber auch nicht einfach unterdrückt werden. Entscheidend ist, die Ursache zu verstehen, den Alltag sinnvoll zu gestalten und dem Hund ein Verhalten beizubringen, das für ihn und seine Menschen besser funktioniert.

Einen kleinen Hund ernst zu nehmen bedeutet deshalb beides: seine Grenzen und Bedürfnisse wahrzunehmen und ihm zugleich verständlich zu zeigen, was er im gemeinsamen Alltag tun kann.

Training kleiner Hunde – worauf es ankommt

Das Training kleiner Hunde unterscheidet sich in einigen Punkten vom Training großer Hunde. Lernen funktioniert bei kleinen und großen Hunden nach denselben grundlegenden Prinzipien. Die praktische Umsetzung muss trotzdem an Körpergröße, Perspektive und Alltag angepasst werden.

Wahrnehmung und Perspektive

Geräusche, Bewegungen, Gegenstände, Menschen, Hunde und andere Tiere wirken für kleine Hunde aus ihrer Perspektive größer und manchmal auch bedrohlicher. Ein fremder Hund, der frontal auf einen kleinen Hund zuläuft, kann ihn körperlich deutlich überragen. Auch eine menschliche Hand, die von oben nach ihm greift, oder ein Fuß, der dicht neben ihm auftritt, kann sehr unmittelbar wirken. Ihre Perspektive sollte im Training aber mitgedacht werden.

Hilfreich sind passende Abstände, ausreichend Zeit, verlässliche Unterstützung und Lernschritte, die der Hund bewältigen kann.

Körperliche Besonderheiten

Beim Training kleiner Hunde müssen wir uns häufig weit nach unten bewegen. Wer sich frontal über den Hund beugt, ständig nach ihm greift oder Signale hoch über seinem Kopf gibt, kann unbeabsichtigt Druck erzeugen. Eine seitliche Körperhaltung, passende Belohnungspositionen und Übungen auf Augenhöhe machen vieles leichter.

Auch Hochheben, Tragen, Geschirranziehen und körperliche Untersuchungen können kleinschrittig trainiert werden. So wird der Hund nicht einfach bewegt, sondern weiß möglichst vorher, was geschieht, und kann kooperieren.

Lernen statt unterschätzen

Kleine Hunde sind nicht weniger lernfähig als große. Sie können Rückruf, Leinenführigkeit und Alltagssignale ebenso lernen wie Nasenarbeit, Tricks oder passende Formen von Hundesport. Welche Beschäftigung geeignet ist, hängt nicht nur von der Größe ab, sondern von Gesundheit, Persönlichkeit und Interessen des einzelnen Hundes.

Wichtig ist, den Hund weder zu unterschätzen noch ständig über seine Grenzen zu führen. Training soll ihm Handlungsmöglichkeiten eröffnen und nicht nur dafür sorgen, dass er möglichst unauffällig funktioniert.

Lernen ist in jedem Alter möglich

Auch ein erwachsener oder älterer Hund kann noch neue Verhaltensweisen lernen. Wie schnell das gelingt, hängt unter anderem von seiner Lerngeschichte, seiner Gesundheit und der Schwierigkeit der jeweiligen Situation ab.

Wenn du magst, nimm gerne am Social Walk teil.

Fotocredit: JACLOU-DL

Hundeernährungsberatung, Hundetraining, Münster, online

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Ich bin Janina, Ernährungsberaterin für Hunde und angehende Hundetrainerin.

Durch meine eigenen Hunde habe ich gelernt, dass das echte Leben mit Hund selten so aussieht wie auf Instagram. Für mich geht es nicht um Perfektion, sondern um ehrliche Momente, individuelle Bedürfnisse, faire Erwartungen und darum, den eigenen Hund wirklich zu verstehen.

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