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Auf den ersten Blick haben Soziale Arbeit und Hundetraining nicht besonders viel gemeinsam. Genau deshalb werde ich manchmal gefragt, warum ich nach meinem Bachelor- und Masterstudium der Sozialen Arbeit den Weg ins Hundetraining eingeschlagen habe. Für mich war die Antwort allerdings von Anfang an klar: Die beiden Bereiche passen erstaunlich gut zusammen.

Natürlich sind das zwei unterschiedliche Arbeitsfelder. Trotzdem gibt es viele Überschneidungen. Es geht um Verhalten, Lernen, Kommunikation, Beziehungen und darum, Veränderungen so zu gestalten, dass sie im Alltag überhaupt funktionieren können. Mein Studium und meine Arbeit in der Sozialen Arbeit haben geprägt, wie ich auf Menschen und auf Verhalten schaue. Und dieser Blick ist hervorragend geeignet für Hundetraining.

Verhalten hat einen Grund

In der Sozialen Arbeit habe ich gelernt, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten. Menschen handeln nicht einfach grundlos. Hinter ihrem Verhalten können u.a. Erfahrungen, Belastungen, Unsicherheit, Krankheit, fehlendes Wissen oder ganz praktische Schwierigkeiten stehen. Und das gleiche gilt auch für einen Hund. Auch er handelt nicht ohne Grund.

Das heißt nicht, dass jedes Verhalten gut oder sinnvoll ist. Doch macht es einen immensen Unterschied, ob ich Verhalten bewerte oder erst einmal versuche zu verstehen.

Für mich ist Verhalten deshalb eine wichtige Information. Es zeigt mir, wo wir genauer hinschauen müssen.

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Es geht nicht darum, Schuldige zu suchen

Wenn etwas schwierig läuft, wird schnell danach gesucht, wer etwas falsch gemacht hat. Ist der Hund schlecht erzogen? War der Mensch nicht konsequent genug? Hat er zu spät mit dem Training begonnen? Dieser Blick hilft nicht wirklich weiter.

Ich reduziere Menschen nicht auf ihre Schwierigkeiten oder vermeintlichen Fehler. Es geht darum zu verstehen, wie eine Situation entstanden ist und was dabei helfen kann, sie zu verändern. Schuldzuweisungen schaffen weder Verständnis noch neue Handlungsmöglichkeiten. Sie sorgen eher dafür, dass Menschen sich schämen, rechtfertigen oder aus Angst vor weiterer Bewertung keine Hilfe suchen.

Ich möchte gemeinsam schauen, was bisher passiert ist und was sich künftig verändern lässt.

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Der Mensch spielt im Hundetraining eine zentrale Rolle

Hundetraining richtet sich zwar an den Hund, umgesetzt wird es aber zum großen Teil vom Menschen. Und Menschen bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Hier geht es um Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, vorhandene oder fehlende Ressourcen und unterschiedliche Persönlichkeiten.

Nicht jede Person hat jeden Tag Zeit für mehrere Trainingseinheiten, nicht alle können Begegnungen großräumig umgehen, zu ruhigen Orten fahren oder ihren gesamten Alltag nach dem Hund ausrichten. Manche haben Kinder, arbeiten viel, sind gesundheitlich eingeschränkt oder gerade ohnehin stark belastet.

Ein Trainingsplan kann daher fachlich richtig gut sein und trotzdem nicht passen. Dann bringt es wenig, ihn noch genauer zu erklären. Er wird im Alltag trotzdem nicht umgesetzt werden können. Für mich gehört deshalb immer die Frage dazu: Was ist für diesen Menschen tatsächlich machbar?

Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum

Ein wichtiger Bestandteil der Sozialen Arbeit ist das systemische Denken. Dabei wird Verhalten nie isoliert betrachtet. Menschen beeinflussen ihre Umwelt und werden gleichzeitig von ihr beeinflusst. Alles steht miteinander in Wechselwirkung. Genau dieser Blick ist auch im Hundetraining unglaublich wertvoll.

Hund und Mensch bilden ein gemeinsames System. Das Verhalten des Hundes beeinflusst den Menschen, genauso wie das Verhalten des Menschen den Hund beeinflusst. Beide reagieren aufeinander, lernen voneinander und verändern sich gegenseitig. Deshalb schaue ich nie nur auf den Hund oder nur auf den Menschen, sondern immer auf das Zusammenspiel beider.

Gleichzeitig entsteht Verhalten nicht nur in Beziehungen, sondern wird auch von vielen weiteren Faktoren beeinflusst. Genauso wie beim Menschen beeinflussen auch beim Hund beispielsweise Schlaf, Schmerzen, Stress, Fütterung, Bewegung, Ruhe oder bisherige Erfahrungen das Verhalten. Auch die Erwartungen und das Verhalten der Menschen wirken sich darauf aus.

Für mich bedeutet das, dass ich nicht nach einfachen Ursachen suche. Verhalten entsteht meist durch das Zusammenspiel vieler Faktoren. Genau deshalb gibt es selten die eine Übung oder den einen Tipp, der jedes Problem löst. Es hilft wenig, nur am sichtbaren Verhalten zu arbeiten, ohne die Einflüsse dahinter zu kennen. Manchmal liegt der sinnvollste Ansatz deshalb gar nicht in der Situation, in der das Problem sichtbar wird, sondern an einer ganz anderen Stelle im Alltag.

Beziehung ist die Grundlage

Beziehungsarbeit spielt in der Sozialen Arbeit eine zentrale Rolle. Menschen müssen sich ernst genommen und verstanden fühlen, damit eine Zusammenarbeit überhaupt möglich wird. Vertrauen lässt sich nicht erzwingen. Es entsteht, wenn jemand verlässlich, respektvoll und nachvollziehbar handelt.

Auch im Hundetraining ist Beziehung für mich eine wichtige, nein die wichtigste Grundlage. Damit meine ich nicht, dass eine gute Beziehung jedes Problem löst oder Training überflüssig macht. Auch ein Hund, der eine enge Beziehung zu seinem Menschen hat, kann Angst haben, an der Leine bellen oder Schwierigkeiten mit bestimmten Situationen haben. Aber es macht einen Unterschied, wie eine Beziehung gestaltet ist.

Kann der Hund sich darauf verlassen, dass seine Signale wahrgenommen werden? Erlebt er seinen Menschen als verlässlich und berechenbar? Bekommt er Unterstützung, wenn eine Situation schwierig wird? Oder muss er damit rechnen, für seine Reaktion zusätzlich bestraft zu werden?

Genauso wichtig wie Beziehung zwischen Menschen, ist die Beziehung von Mensch und Hund zueinander. Sie soll von Zuverlässigkeit und Vertrauen geprägt sein.

Lernen verstehen

Was vielleicht nicht alle wissen: Auch in meinem Studium der Sozialen Arbeit habe ich mich mit Lerntheorie beschäftigt. Klassische und operante/instrumentelle Konditionierung waren dort ebenfalls Thema.

Natürlich ging es dabei nicht um Hunde, sondern darum, wie menschliches Verhalten entsteht, aufrechterhalten und verändert werden kann. Die grundlegenden Lernmechanismen begegnen mir heute in meiner Ausbildung zur Hundetrainerin wieder.

Das ist für mich eine wichtige Verbindung zwischen beiden Arbeitsfeldern. Sowohl Menschen als auch Hunde lernen durch Erfahrungen und durch die Konsequenzen, die auf ihr Verhalten folgen. Sie lernen außerdem, bestimmte Reize, Situationen oder Gefühle miteinander zu verknüpfen.

Ein Hund lernt dabei nicht nur dann, wenn wir bewusst eine Trainingseinheit beginnen. Er lernt ständig und im Kontext. Verhalten verändert sich aus sehr unterschiedlichen Gründen

Lerntheorie hilft mir dabei, Hundeverhalten besser zu verstehen und daran arbeiten zu können.

Blick auf die Ressourcen

Der ressourcenorientierte Blick gehört fest zur Sozialen Arbeit und hat mich tief geprägt. Beim ressourcenorientierten Blick geht darum, Ressourcen und das was klappt, herauszufinden und daran anzuknüpfen. Das lässt sich gut auf Hundetraining übertragen.

Wenn es Schwierigkeiten im Zusammenleben mit dem Hund gibt, ist nicht alles schlecht. Es gibt immer etwas, das gut läuft. Auch Menschen bringen meistens schon viel mit. Ich möchte deshalb nicht zuerst aufzählen, was alles falsch gelaufen ist. Interessanter ist doch die Frage, was schon funktioniert und wie wir davon aus weiterarbeiten können.

Menschen befähigen statt abhängig machen

In der Sozialen Arbeit nennt man die Befähigung des Menschen Empowerment: Menschen sollen befähigt werden, Herausforderungen selbstständig zu bewältigen und eigene Entscheidungen treffen zu können. Genau das wünsche ich mir auch für Hundemenschen.

Der Alltag hält sich selten an Trainingspläne. Ein Hund taucht plötzlich um die Ecke auf. Der eigene Hund reagiert an einem Tag anders als am Vortag. Eine Situation ist enger, lauter oder schwieriger als erwartet. Man selbst oder der Hund haben keinen Gewinnertag. Dann muss der Mensch einschätzen können, was gerade passiert.

Wer die Zusammenhänge versteht, kann auch dann handeln, wenn eine Situation nicht genau so abläuft wie im Training besprochen. Es ist mir wichtig, Hundemenschen handlungssicher zu machen, um Situationen selbstständig meistern zu können.

Prävention statt Reparatur

Es ist oft sinnvoller, Schwierigkeiten möglichst früh vorzubeugen, als sie erst dann zu bearbeiten, wenn sie längst entstanden sind. Auch im Hundetraining spielt Prävention für mich deshalb eine große Rolle: Gute Sozialisation, passende Rahmenbedingungen, ausreichend Ruhe, ein sinnvoll aufgebautes Training und ein gutes Management können verhindern, dass Probleme überhaupt erst entstehen oder sich festigen.

Prävention bedeutet Risiken frühzeitig zu erkennen und Hund und Mensch so zu unterstützen, dass sie Herausforderungen möglichst gut bewältigen können.

Kommunikation besteht nicht nur aus Worten

Kommunikation ist ein großer Teil Sozialer Arbeit. Dabei zählt nicht nur, was jemand sagt. Auch Tonfall, Körpersprache, Blickkontakt, Abstand oder das, was gerade nicht gesagt wird, spielen eine Rolle.

Im Hundetraining wird Kommunikation noch einmal besonders deutlich, weil Hunde sich überwiegend über Körpersprache ausdrücken. Viele Signale sind fein. Gleichzeitig kommunizieren auch wir ständig, ob bewusst oder unbewusst. Der Hund nimmt es trotzdem wahr und auch daraus resultiert Verhalten.

Deshalb reicht es nicht, nur die Körpersprache des Hundes zu beobachten. Auch das eigene Verhalten gehört dazu.

Reflexion gehört dazu

In der Sozialen Arbeit gehört Reflexion selbstverständlich zum Berufsalltag. Entscheidungen werden nicht einfach getroffen, weil man sie schon immer so getroffen hat. Sie werden hinterfragt, begründet und immer wieder überprüft. Nicht alles ist richtig, nur weil es lange so gemacht wurde.

Ich frage mich regelmäßig, warum ich eine bestimmte Empfehlung ausspreche, ob sie zu diesem Mensch-Hund-Team passt und ob es vielleicht einen besseren Weg gibt. Fachlichkeit bedeutet auch, bereit zu sein, das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen und neue Erkenntnisse anzunehmen.

Eine Frage der Haltung

Soziale Arbeit ist nicht nur ein Beruf, sondern auch von ethischen Grundsätzen geprägt. Dazu gehören Respekt, Selbstbestimmung, Würde und ein wertschätzender Umgang mit jedem Menschen. Die dahinterliegende Haltung begleitet mich auch im Hundetraining.

Für mich ist ein Hund kein Wesen, das einfach funktionieren muss. Er bringt eigene Bedürfnisse, Grenzen, Erfahrungen und Emotionen mit. Das bedeutet nicht, jedes Verhalten hinzunehmen oder auf Regeln zu verzichten. Es bedeutet aber, dem Hund mit Respekt zu begegnen und nach Lösungen zu suchen, die sowohl fachlich sinnvoll als auch fair sind.

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Fachlichkeit statt Mythen

In der Sozialen Arbeit gehört es dazu, fachliche Annahmen zu prüfen und das eigene Handeln zu begründen. Wissenschaft liefert selten einfache Ja-oder-Nein-Antworten. Sie hilft vielmehr dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen und Entscheidungen auf möglichst fundierte Erkenntnisse zu stützen. Genau das habe ich im Studium gelernt und genau diesen Anspruch habe ich auch heute noch an meine Arbeit.

Natürlich habe auch ich ein Bauchgefühl. Mein fachliches Wissen und Handeln sollen aber auf dem aktuellen Stand der Forschung beruhen. Im Studium habe ich gelernt, mich mit Wissenschaft und Forschung auseinanderzusetzen, Quellen kritisch zu prüfen und auch die eigene Sichtweise und das eigene Handeln immer wieder zu hinterfragen. Das nehme ich mit ins Hundetraining.

Soziale Arbeit ist für mich sehr wertvoll im Hundetraining

Durch die Soziale Arbeit bringe ich keine fertige Anleitung für Hundetraining mit. Ich bringe aber eine ressourcenorientierte und positive Haltung sowie eine bestimmte Art zu schauen mit. Ich versuche, Verhalten zu verstehen, bevor ich es bewerte. Ich schaue nicht nur auf den Hund, sondern auch auf den Menschen und die Bedingungen, unter denen beide leben. Ich suche nach dem, was bereits funktioniert, und nach Lösungen, die im Alltag umsetzbar sind.

Ich möchte, dass Menschen nicht einfach einzelne Anweisungen abarbeiten, sondern ihren Hund, sein Verhalten und die Grundlagen des Trainings besser verstehen. So können sie auch in Situationen handeln, die nicht genau nach Plan verlaufen.

Hundetraining bedeutet für mich deshalb weit mehr, als einem Hund Sitz oder Platz beizubringen. Es bedeutet, Verhalten zu verstehen, den Menschen mitzudenken, Zusammenhänge zu erkennen und wissenschaftliche Erkenntnisse in den Alltag zu übertragen. Und es bedeutet, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die nicht nur während einer Trainingsstunde funktionieren, sondern auch im echten Leben.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich Soziale Arbeit und Hundetraining für mich nie wie zwei vollkommen verschiedene Welten angefühlt haben. Vieles von dem, was mich in der Sozialen Arbeit geprägt hat, findet heute ganz selbstverständlich seinen Platz in meinem Hundetraining.

Du willst mehr über mich erfahren? Schau gerne auf meiner „Über mich“-Seite und auf meinem Instagramkanal vorbei.

Hundeernährungsberatung, Hundetraining, Münster, online

Schön, dass du da bist!

Ich bin Janina, Ernährungsberaterin für Hunde und angehende Hundetrainerin.

Durch meine eigenen Hunde habe ich gelernt, dass das echte Leben mit Hund selten so aussieht wie auf Instagram. Für mich geht es nicht um Perfektion, sondern um ehrliche Momente, individuelle Bedürfnisse, faire Erwartungen und darum, den eigenen Hund wirklich zu verstehen.

Wenn du Lust auf unaufgeregte Informationen rund um Hundeernährung, Hundetraining und den Alltag mit Hund hast, bist du hier genau richtig.

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